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Jul 05

Köln (dts Nachrichtenagentur) – Der Verfassungsschutz hat möglicherweise versucht, NSU-Mitglied Beate Z. als V-Frau zu gewinnen. Darauf deuten nach Informationen von “stern.de” geheime Akten hin. In einer sogenannten Werbeakte seien 40 Fälle beschrieben, in denen der Verfassungsschutz Kontakt zu Mitgliedern der rechten Szene suchte.

Exakt drei Alias-Namen sind geschwärzt. Auch die dazugehörigen Fotos sind – nicht wie bei den anderen 37 Fällen – mit einem Balken versehen, sondern komplett geschwärzt. Auf Seite 61 notierte das Bundesamt für Verfassungsschutz, man habe eine Frau angesprochen. Sie sei Katzenliebhaberin und besitze mehrere Katzen, sie sei alleinstehend und habe eine enge Beziehung zu ihrer Oma. Außerdem sei sie Aktivistin beim Thüringer Heimatschutz (THS) mit Verbindungen zum Führungskader. Diese Beschreibung passt auf Beate Z.. In den Wochen nach ihrer Verhaftung war bekannt geworden, dass sie sich selbst als “Omakind” bezeichnet, dass sie ihre zwei Katzen bei einer Nachbarin abgegeben hatte, bevor sie den Brand im Haus in Zwickau legte. Auch Verbindungen zum THS soll Z. gehabt haben. Dem Anwerbegespräch ging eine ausgiebige Observation voraus. Anfang 1997, rund ein Jahr bevor sie gemeinsam mit Uwe M. und Uwe B. abtauchte, kam es zur “Ansprache”, wie es im Geheimdienstjargon heißt. Spezialisten des Bundesamtes für Verfassungsschutz sagten zu der jungen Katzenliebhaberin, man mache sich Sorgen um die Gewaltentwicklung in Thüringen. Die junge Frau antwortete, sie habe an Gewalt kein Interesse. Die Ansprache habe in einer lockeren, angenehmen Atmosphäre stattgefunden, man habe ein weiteres Treffen vereinbart. Ob es dazu kam, geht aus der geheimen Akte nicht hervor. Sie ist unvollständig.

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