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Apr 29

Los Angeles (dts Nachrichtenagentur) – Weltstar Lionel Richie (62, “Say, you, say me”, 100 Millionen verkaufte Platten) würde auch für den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad singen. Das sagte er in einem Interview der “Welt am Sonntag”. Der US-Sänger erklärte, er würde für jeden singen.

“Klar. Ich bin Entertainer. Für mich zählt nicht, welcher Religion oder Partei jemand nahesteht. Ich habe nur eine Regel, an die ich mich halte: Fang niemals eine Diskussion über Politik an oder über Football”, sagte er. “Wehe Sie sind für das falsche Footballteam – ich hab`s mal erlebt beim Friseur. Aus der Nummer kommen Sie nicht ungeschoren wieder raus.” Auf die Frage, ob er auch zusagen würde, wenn ihn Irans Präsident um ein Ständchen bitten würde, sagt Richie zur Welt am Sonntag: “Sofort, auf der Stelle. Warum? Die Antwort ist: Ich könnte vielleicht etwas verändern. Es gibt nichts, das Menschen so zusammenführt wie Musik. Ich könnte jetzt hier in einem Raum sitzen, zusammen mit Sunniten und Schiiten, und alle würden plötzlich ihr Hochzeitsfoto herausholen – ich wette, einer meiner Songs war auf all ihren Hochzeiten dabei! Sie haben mit Sicherheit alle einmal Richie gespielt. Dasselbe mit Israelis und Palästinensern – zerstritten. Aber sie alle haben sicher einmal zu “All Night Long” getanzt. Da wäre also etwas Gemeinsames, über das sie reden könnten: ein Song!” 2006 sang Lionel Richie einmal in Tripolis, auf Einladung der Familie Gaddafi. Der Sänger: “Es war nicht im Palast, es war draußen im Garten. Gaddafi war damals sehr darum bemüht, dass Libyen zurückkehrt in die Weltgemeinschaft. Nicht nur die Familie war da, sämtliche Würdenträger aus dem gesamten Nahen Osten waren anwesend. Was so faszinierend daran war: Ich sang “Hello”, “Three Times a Lady” “Stuck on you”, die ganze Hitliste einmal runter. Beim dritten Song dachte ich schon: Hey, Wahnsinn, ist das hier Detroit”! Die benahmen sich wie Amerikaner. Mit anderen Worten, die kannten jeden Song, unsere Kultur, sangen und tanzten mit. Später saßen wir noch mit den Delegierten zusammen, Gaddafis Tochter auch, eine sehr schöne, sehr kluge Frau. Und ich sagte in die Runde: “Gosh, ihr wirkt alle so amerikanisch auf mich.” Was erfahre ich: Jeder dort hatte einen Abschluss an einer amerikanischen Uni gemacht, in Harvard, in Yale, in Brown. Menschen wie wir.” Lionel Richie hat drei Kinder, er war zweimal verheiratet, unter anderem mit Brenda, der Mutter von Nicole Richie, 30, die er adoptierte. Nicole Richie litt vor ein paar Jahren an schweren Essstörungen, magerte ab. Lionel Richie zu Welt am Sonntag: “Ich habe damals als Vater zu ihr gesagt, werde dir über die Dinge bewusst, die du in deiner Kindheit vermisst hast, um sie zu überwinden. Es gibt eine feste Regel hier in meiner kleinen Sippe: Meine Kinder sollen in dieser Welt nicht fremdes Gepäck tragen müssen. Sie sollen ihr eigenes Leben finden. Nicole hat heute ihr Leben fantastisch im Griff.” Richie erklärte, er habe ein enges Verhältnis zu seiner Adoptivtochter und habe ihr in den schweren Zeiten sehr beigestanden: “Das ist es, was ich auch Nicky verständlich machen wollte: Baue dein Leben auf die Grundsätze, die du für dein Leben möchtest. Deine Vergangenheit holt dich ein, entweder mit 15 oder mit 25, mit 45 oder mit 65. Dann denke dran: Du hast es überlebt. Und stell dir die Frage, wie du dein Leben besser gestalten möchtest? Wenn dein Vater Alkoholiker war, pass du auf dich auf. Nicky ist eine super Mutter. Sie ruft mich an und sagt: “Okay, Dad, Harlow und Sparrow wollen heute mal bei dir übernachten.” Neulich sagte ich: “Ginge auch morgen?” Sagte sie: “Zu spät, die Kids sind schon auf dem Weg.” Sie ist klasse. Auch zu den Vorwürfen, er habe 1,1 Millionen Dollar Steuerschulden, äußerte sich der Sänger: “Ach das. Kann ich leicht erklären. Wo zahlen wir Steuern, wenn wir auf Tour gehen? Das musste geklärt werden. Und während wir auf Klärung warteten, hieß es schon: Du hast das nicht bezahlt und dies nicht bezahlt. So geht`s. Getratsche.” Gerade kam sein neues Album “Tuskegee” auf den Markt, Country-Duetts, das Platz 1 der US-Charts belegt.