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Jan 09

Katrin Göring-Eckardt, Winfried Kretschmann und Cem Özdemir, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Katrin Göring-Eckardt, Winfried Kretschmann und Cem Özdemir, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Grünen sollen sich vom traditionellen Flügelproporz an der Parteispitze verabschieden, fordert Rezzo Schlauch, ehemals Vorsitzender der grünen Bundestagsfraktion. Solche starren Strukturen seien “nicht geeignet, die besten Köpfe in Führungspositionen zu befördern”, schreibt Schlauch in einem Gastbeitrag für die “Süddeutsche Zeitung” (Mittwochsausgabe). “Im Zeitalter der omnipräsenten Medien und der damit einhergehenden Personalisierung” verhinderten sie, “dass die optimale Kampfkraft auf die Bretter der politischen Bühne gebracht wird”.

Das habe sich im Bundestagswahlkampf 2017 gezeigt, wo die Grünen anfangs “mit einem unabgestimmten und teilweise gegeneinander laufenden Führungsquartett aus Partei und Fraktion orientierungslos durch die politische Landschaft stolperten”, schreibt Schlauch. Auch habe “die völlig verunglückte Reaktion” der Parteilinken Simone Peter nach der Gewalt in der Kölner Silvesternacht “Cem Özdemir und andere führende Repräsentanten wochenlang und noch bis in den Wahlkampf hinein mit Ab- und Aufräumarbeiten intensiv in Beschlag genommen”. Auch die “kategorische Trennung von Parteivorsitz und Ministeramt in Bund und Land” hält Schlauch für überholt. Festhalten möchte er allerdings an der mit einer Frau und einem Mann besetzten Doppelspitze; die Grünen hätten hier eine in Politik und Gesellschaft wichtige Vorreiterrolle eingenommen. Ginge es aber um die Wahl eines Bürgermeisters oder Ministerpräsidenten, sollte es nur eine Kandidatin oder einen Kandidaten geben.

Jan 09

Computer-Nutzerin, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Computer-Nutzerin, über dts Nachrichtenagentur

Los Angeles (dts Nachrichtenagentur) – Der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Trump, Steve Bannon, ist nicht länger Leiter des umstrittenen Nachrichten-Portals Breitbart. Das teilte Breitbart am Dienstag mit. “Ich bin stolz auf das, was das Breitbart-Team in so kurzer Zeit beim Aufbau einer Weltklasse-Nachrichtenplattform erreicht hat”, sagte Bannon.

Laut Larry Solov, CEO von Breitbart, “ist Steve ein wertvoller Teil unseres Vermächtnisses, und wir werden immer dankbar sein für seine Beiträge und das, was er uns geholfen hat.”

Jan 09

Wallstreet, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Wallstreet, über dts Nachrichtenagentur

New York (dts Nachrichtenagentur) – Der Dow hat am Dienstag zugelegt. Zum Handelsende in New York wurde der Index mit 25.385,80 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,41 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 2.750 Punkten im Plus gewesen (+0,18 Prozent), die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 6.675 Punkten (+0,04 Prozent).

Die größten Gewinne verzeichneten kurz vor Handelsschluss die Anteilsscheine von Boeing. Am Ende der Liste mit über zwei Prozent im Minus standen die Papiere von Intel. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Dienstagabend schwächer. Ein Euro kostete 1,1935 US-Dollar (-0,28 Prozent). Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Abend wurden für eine Feinunze 1.313,60 US-Dollar gezahlt (-0,55 Prozent). Das entspricht einem Preis von 35,39 Euro pro Gramm.

Jan 09

Autoreifen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Autoreifen, über dts Nachrichtenagentur

Hannover (dts Nachrichtenagentur) – Autozulieferer Continental wird voraussichtlich bis zur Jahresmitte über einen möglichen Konzernumbau entscheiden. “Rechnen Sie damit, dass Sie im nächsten halben Jahr neue Informationen bekommen werden”, sagte Continental-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer dem “Handelsblatt” (Mittwochsausgabe). Der Finanzvorstand warnte zugleich vor allzu hohen Erwartungen.

“Vielleicht kommt auch heraus, dass wir nichts machen müssen”, sagte Schäfer. Dass Continental überhaupt Umbau-Überlegungen anstelle, sei auf den rapiden Wandel in der Automobilindustrie zurückzuführen. Continental müsse in der Zukunft flexibler aufgestellt sein. Verantwortlich für dieses hohe Veränderungstempo seien Digitalisierung und die Elektromobilität. Der Continental-Vorstand habe heute noch kein klares Bild, wie sich der Konzern künftig positionieren müsse. Bei seiner Renditeprognose für 2018 gab sich Continental vorsichtig. Die bereinigte operative Rendite (Ebit) sieht das Unternehmen in diesem Jahr bei einem Wert von 10,5 Prozent, also weniger als 2017. Finanzvorstand Schäfer begründete diese Zurückhaltung mit dem Bau zweier neuer Reifenwerke. Die Kosten dafür machten die Ertragsplanung schwieriger.

Jan 09

Andreas Scheuer, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Andreas Scheuer, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem dritten Tag der Sondierung zwischen CDU, CSU und SPD steht nach Angaben des CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer noch nichts fest. “Nix ist fix”, sagte Scheuer am Dienstagabend in Berlin. Bislang stünden nur Zwischenergebnisse in den Arbeitsgruppen fest.

Zuvor gab es Berichte, dass die Sondierer sich auf einen flächendeckenden Ausbau eines Gigabit-Datennetzes bis 2025 und ein Gesetz zur Steuerung der Zuwanderung von Fachkräften geeinigt hätten. Außerdem sagte Scheuer, es sei eine gute Grundlage des Vertrauens geschaffen worden. Er kündigte zudem an, dass die Sondierer sich am Dienstagabend um 20 Uhr nochmals in großer Runde versammeln wollen.

Jan 09

Polizei, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Polizei, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach den Schüssen auf den deutsch-türkischen Fußballprofi Deniz Naki übt dessen Anwalt Kritik am Vorgehen der deutschen Behörden. “Das Handeln der deutschen Polizei ist nicht legal. Das Handy von Deniz wurde während des Gesprächs mit den Beamten konfisziert. Zudem stellt uns die Polizei die Protokolle der Befragung nicht zur Verfügung”, sagte Soran Haldi Mizrak der “Welt” (Mittwochsausgabe).

Neun Stunden habe der 28-Jährige der Polizei seit dem Anschlag für Befragungen zur Verfügung gestanden. Formell gäbe es derzeit jedoch keinen Polizeischutz für ihn. Naki sei müde, so Mizrak. In der Nacht zu Montag war Naki nahe Düren auf der Autobahn A4 aus einem fahrenden Wagen beschossen worden. Der Fußballer mit kurdischen Wurzeln gilt als Kritiker der türkischen Regierung und sieht sich als Opfer eines politisch motivierten Mordanschlags.

Jan 09

Deutsche Bank, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Deutsche Bank, über dts Nachrichtenagentur

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Die beiden stellvertretenden Vorstandschefs der Deutschen Bank, Marcus Schenck und Christian Sewing, haben die geplanten Bonuszahlungen des Instituts verteidigt. “Wettbewerbsfähige Bezahlung ist für die gesamte Bank ein wichtiger Punkt”, sagte Christian Sewing dem “Handelsblatt” (Mittwochsausgabe). Über die Höhe der Zahlungen hatte es Diskussionen in Vorstand und Aufsichtsrat gegeben.

“Wir haben eine gemeinsame Linie gefunden, die wir gut rechtfertigen können”, sagte Sewing. Die genaue Höhe der Zahlungen nannte er nicht. Die Normalisierung der Bonuszahlungen – im Vorjahr hatte die Bank sie wegen eines hohen Jahresverlusts fast vollständig gestrichen – kommt zu einem für die Bank ungünstigen Zeitpunkt: Gerade erst hat das Institut mitteilen müssen, dass es wegen der Effekte der US-amerikanischen Steuerreform und wegen eines enttäuschenden Ergebnisses im wichtigen Anleihenhandel im vierten Quartal wohl einen leichten Verlust für das Gesamtjahr ausweisen muss. Das wäre der dritte Jahresverlust in Folge. Für die Bank ist das kein Grund, an der eigenen Strategie zu zweifeln. “Wir sind fest von der Strategie überzeugt”, sagte Marcus Schenck dem “Handelsblatt”. Er mahnte Investoren zu Geduld: “Wir haben immer gesagt, dass der Umbau unserer Bank mehrere Jahre dauern wird. Wir sind gerade mitten auf diesem Weg”, so Schenck. Ein Kritikpunkt vieler Analysten sind die Kosten der Bank, die im vierten Quartal unerwartet hoch ausfielen. Sewing gelobte, dass die Bank ein Auge auf die Kosten behalten wird. “Kosten haben weiter hohe Priorität. Da müssen wir ständig am Ball bleiben”, sagte er.

Jan 09

Hochwasser, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Hochwasser, über dts Nachrichtenagentur

Köln (dts Nachrichtenagentur) – Die Hochwasserlage im Westen und Süden Deutschlands hat sich am Dienstag weiter entspannt. In Köln wurde der Rheinpegel am Dienstagabend mit 8,54 Metern gemessen, 24 Zentimeter niedriger als beim Scheitelpunkt am Montagnachmittag. Bis Donnerstag soll der Pegel auf 7 Meter zurückgehen.

Auch im baden-württembergischen Abschnitt des Oberrheins bildete sich das Hochwasser allmählich weiter zurück. Am Pegel Wertheim/Main fallen die Wasserstände ebenfalls seit Dienstag. Ebenso wurden aus Bayern ablaufende Hochwasserwellen gemeldet. Dabei kam es an der unteren Donau, der Altmühl sowie an der Aisch noch zu Ausuferungen und Überflutungen der Meldestufen 1 und 2, allerdings bei fallender Tendenz der Wasserstände. In den nächsten Tagen soll es im Süden einen Mix aus Wolken und Sonne geben. Nur selten könnte es ein paar Regentropfen geben.

Jan 09

Büro-Hochhaus, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Büro-Hochhaus, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Führungsgremien des Finanzsektors sind nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nach wie vor fest in Männerhand. Das geht aus dem “Managerinnen-Barometer” des DIW hervor, das die Frauenanteile in Vorständen und Aufsichtsräten großer Banken und Versicherungen in Deutschland von 2006 bis 2017 untersucht hat, berichtet das “Handelsblatt” (Mittwochsausgabe). Vor allem in Vorständen sei der Frauenanteil in den vergangenen Jahren kaum gestiegen.

“Die Zehn-Prozent-Marke ist im Finanzsektor nach wie vor nicht geknackt – oder anders ausgedrückt: Männer nehmen nach wie vor über 90 Prozent der Vorstandsposten ein”, heißt es in der Studie, die am Mittwoch vorgestellt wird, so das Blatt. Demnach hatten 32 der 100 größten Banken Ende 2017 mindestens eine Frau im Vorstand – zwei Institute mehr als im Vorjahr. Der Frauenanteil in Bankvorständen lag damit insgesamt bei knapp neun Prozent – ein Anstieg gegenüber 2016 von gerade einmal einem halben Prozentpunkt. Eine leichte Verbesserung stellt das Forschungsinstitut in den Aufsichtsräten der Banken fest. Mittlerweile ist demnach in den 100 größten Geldinstituten in der Regel mindestens eine Frau im Aufsichtsrat vertreten. Insgesamt hat sich der Frauenanteil an den Aufsichtsratssitzen um einen guten Prozentpunkt auf knapp 23 Prozent erhöht. Bei den 60 größten Versicherungen ist die Dynamik “zum Erliegen gekommen”, heißt es in der Untersuchung. In beiden Gremien ging der Frauenanteil zurück. In Aufsichtsräten waren Frauen Ende 2017 mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um einen halben Prozentpunkt mit fast 22 Prozent ähnlich häufig wie im Bankensektor vertreten. Ernüchternd stellt sich auch die Situation in den Versicherungs-Vorständen dar. Dort ging der Frauenanteil mit gut neun Prozent sogar leicht zurück. Das DIW blickt vor diesem Hintergrund pessimistisch in die Zukunft. “Eine einfache lineare Fortschreibung der Entwicklung seit 2006 würde rechnerisch einen Zeitraum von noch etwa 70 Jahren ergeben, bis in den Vorständen von Banken und Versicherungen beide Geschlechter gleich stark vertreten sind”, sagte Forschungsdirektorin Elke Holst dem “Handelsblatt”. Sie hofft daher, dass die Unternehmen es selbst schaffen, alle Hierarchieebenen – auch unterhalb des Vorstands ausreichend mit Frauen zu besetzen. “Das vergrößert den Pool an Frauen, die für Spitzenpositionen infrage kommen.” Dazu brauche es aber auch eine “moderne Unternehmenskultur”, die Frauen, die familienbedingt in Teilzeit arbeiten, mehr Flexibilität gewährt, ohne damit ihre Karrierechancen zu beschneiden. “Wenn nichts passiert, wird der öffentliche Druck definitiv steigen”, sagte Holst.

Jan 09

Fahnen von EU und Großbritannien, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Fahnen von EU und Großbritannien, über dts Nachrichtenagentur

London (dts Nachrichtenagentur) – Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Großbritannien und der Europäischen Union über den Brexit haben Schatzkanzler Philipp Hammond und Brexit-Minister David Davis als “neues positives und spannendes Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte” bezeichnet. In einem Gastbeitrag für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (Mittwochsausgabe) schreiben die Minister, bei ihrem am Mittwoch beginnenden Deutschlandbesuch wollten sie “deutschen Wirtschaftsführern” die Botschaft vermitteln, dass für die britische Regierung eine Übergangsperiode vor dem endgültigen Austritt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion Priorität habe. Diese liege auch eindeutig im Interesse der EU und Deutschlands.

London habe Verständnis für die Haltung Deutschlands, dass Großbritannien nicht einerseits aus der Union austreten könne, andererseits aber alle Vorteile einer Mitgliedschaft genießen könne. “Die Prioritäten der EU sind aber nicht unvereinbar mit den unsrigen: einer tiefen und besonderen Partnerschaft mit unseren engsten Handelspartnern und Verbündeten”, so Hammond und Davis. Bei der Neugestaltung der Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Kontinent gehe es darum, “phantasievoll und erfinderisch” zu sein und sich nicht auf anderswo praktizierte Rezepte zu verlassen.