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Okt 26

Männer in einer Fußgängerzone, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Männer in einer Fußgängerzone, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Arbeitsplätze, die in Deutschland im vergangenen Jahr entstanden sind, sind einer neuen Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge zu mehr als 80 Prozent an Ausländer und an deutsche Frauen gegangen. Die Stellung des deutschen Mannes auf dem Arbeitsmarkt ist in absoluten Zahlen zwar noch immer dominant. Doch am Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist er nur noch unterproportional beteiligt.

Der Hochrechnung zufolge, die der “Welt am Sonntag” (26. Oktober 2014) vorliegt, ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Juli im Vergleich zum Vorjahr auf 30,12 Millionen gestiegen. Das ist ein Plus von 1,8 Prozent oder 528.000 neuen Jobs. Von diesen Jobs gingen mit 234.000 rund 44 Prozent an Ausländer, deutsche Frauen besetzten 203.000 der Arbeitsplätze und damit 38 Prozent. Für deutsche Männer blieben nur noch 91.000 (etwa 17 Prozent) übrig. “Momentan sind also sowohl Zuwanderer als auch inländische Frauen die Gewinner des Beschäftigungsaufbaus auf dem Arbeitsmarkt”, sagte Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, der “Welt am Sonntag”. Damit verfestigt sich ein Trend, der sich bereits seit Längerem abzeichnet: Seit Ende 2008 bis März des laufenden Jahres wuchs die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung deutscher Männer um 3,6 Prozent, die deutscher Frauen um 7,6 Prozent und die ausländischer Frauen und Männer um 34 Prozent. Das Beschäftigungswachstum ging in diesem Zeitraum zu 45 Prozent an deutsche Frauen und zu 30 Prozent auf das Konto von Ausländern, wie eine Sonderauswertung der BA zeigt. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland stagniert schon länger bei einem Wert von ungefähr 2,8 Millionen. Fast zwei Millionen der Arbeitslosen sind im Hartz-IV-System und damit länger als ein Jahr arbeitslos. Die meisten von ihnen gehören zum “harten Kern”, ihre Chancen auf einen regulären Job sind erfahrungsgemäß gering. “Jeder zweite Langzeitarbeitslose hat keine abgeschlossene Berufsausbildung”, sagte Alt. Der Arbeitsmarkt trenne “immer stärker zwischen Insidern und Outsidern”, so Alt weiter. “Wer eine Ausbildung hat, ist drin, wer keine hat, ist draußen. Daher investieren wir viel in Ausbildung und Qualifizierung.” Auch sprachliche Defizite, gesundheitliche Einschränkungen oder ein hohes Lebensalter minderten die Chancen auf Arbeit. Ob auch weiterhin europäische Ausländer die freien Stellen in Deutschland besetzen, hänge wesentlich von der wirtschaftlichen Lage ihrer Heimatländer ab, glaubt Heinrich Alt. “Springt die Konjunktur wieder an, werden viele zurückkehren wollen. Deshalb sollten wir alles dafür tun, damit sie sich hier wohlfühlen und bleiben wollen.” Es sei auch wichtig, so Alt, noch mehr auf Frauen zu setzen – etwa durch Ausweitung der Kinderbetreuungszeiten.

Okt 26

Frau mit blondem Haar, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Frau mit blondem Haar, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Weibliches Spitzenpersonal in DAX-Unternehmen verliert prozentual öfter den Topjob als die männlichen Kollegen. Die Fluktuation bei Frauen auf Vorstandsposten im DAX war in den vergangenen anderthalb Jahren (1. Januar 2013 bis 31. Juli 2014) zweieinhalb mal so hoch wie bei den Männern, dies ergab eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Kienbaum für die “Welt am Sonntag” (26. Oktober 2014). “Von den im DAX-30 gelisteten Unternehmen sind 38 Vorstände im Untersuchungszeitraum gegangen”, heißt es in der Studie.

“Unter den 38 Vorständen aus den 21 Unternehmen waren 31 Männer und 7 Frauen.” Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der Vorstandsmänner in allen DAX-Unternehmen ergibt das eine Fluktuationsquote von 20 Prozent. In sechs der insgesamt elf Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern sind sieben weibliche Vorstände ausgeschieden. Nach Berechnungen von Kienbaum beläuft sich die Fluktuationsquote damit auf 51 Prozent. Auch wenn die niedrige Grundgesamtheit an Frauen in Vorstandspositionen die Ursachenforschung für die hohe Fluktuationsquote erschwere, nannte Kienbaum Gründe für die Entwicklung: “Wenn seit 2013 jede zweite Frau in DAX-Vorständen ihren Posten räumt oder räumen muss, ist das eine klare Aussage: In Deutschlands DAX-Vorständen fehle noch eine Kultur, die Frauen im Top-Management fördert”, sagte Kienbaum-Geschäftsführer Walter Jochmann. Es gebe durchaus genügend qualifizierte Frauen für solche Posten. Nur müssten die Auswahlprozesse auf Aufsichtsratsebene professionalisiert werden.

Okt 26

Gläubige Muslime beim Gebet in einer Moschee, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Gläubige Muslime beim Gebet in einer Moschee, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Kabarettist Dieter Nuhr hat den Vorwurf zurückgewiesen, gegen den Islam zu hetzen. Im Gespräch mit der “Welt am Sonntag” sagte Nuhr mit Bezug auf eine Anzeige gegen ihn: “Ich finde es lustig, weil ich ja keine Religionsgemeinschaft beschimpfe. Ich habe kein Interesse daran, Muslime zu beschimpfen.”

Nuhr warnte jedoch davor, den Islam aus Angst vor möglichen Reaktionen nicht öffentlich zu kritisieren. “Die freiheitlichen Rechte sind immer bedroht, von verschiedener Seite”, so Nuhr. Beim Islam “überlässt man den Protest den Rechten. Das finde ich sehr schade, weil Bürgerrechte und Freiheit ein dezidiert linkes Thema sind – und ein Thema der bürgerlichen Mitte.” Der 53-Jährige kritisierte Kollegen, die sich nicht kritisch mit dem Islam auseinandersetzen würden. “Die ziehen dann halt den Schwanz ein”, erklärte Nuhr. “Man will ausländerfreundlich sein, man will aber auch Meinungsfreiheit.” Man wolle frauenfreundlich sein, aber auch islamfreundlich. Dies führe zu Konflikten zwischen den einzelnen Werten. “Und die Kollegen gehen dann gern den Weg, der nicht wehtut.”

Okt 26

Computer-Nutzerin, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Computer-Nutzerin, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Schon im Jahr 2030 könnte moderne Informationstechnologie dem Menschen ebenbürtig sein, glaubt Shmuel (“Mooly”) Eden, der Chefvisionär von Intel, dem weltgrößten Chiphersteller. “Schon in 15 Jahren könnten wir Computer haben, die in der Lage sind, es mit dem menschlichen Gehirn aufzunehmen”, sagte Eden der “Welt am Sonntag” (26. Oktober 2014). “Wenn ich mir ansehe, wie sich das menschliche Gehirn in den vergangenen hundert Jahren entwickelt hat, und dies damit vergleiche, wie schnell der Fortschritt bei Computern vorangegangen ist, muss ich feststellen: Letztlich wird unser Gehirn gegen den Computer `verlieren`”, sagte Mooly.

“Natürlich gibt es viele Themen, die hier noch nicht abgedeckt sind: Gefühle, Intuition, Liebe, Werte. Aber wenn sie jemand akkurat definiert, wäre man auch in der Lage, sie zu programmieren. Ist das gruselig? Vielleicht. Aber es ist auch faszinierend.” Der 62-Jährige Eden gilt als einer der brillantesten Köpfe der internationalen Tech-Szene. Eden erwarte auch, “dass wir eines Tages Computer in unsere Körper implantieren” und hält dies für eine Verheißung: “Denken Sie an Kinder, die nicht hören können, aber mit einem Implantat dazu in der Lage wären. Oder Menschen ohne Hände, die mit von Computer gesteuerten Prothesen wieder greifen können. Wenn wir diesen Menschen mit Technik helfen können, warum sollten wir nicht auch allen anderen Menschen helfen? Implantierte Computer würden weniger stören als Smartphones, die wir bei jeder Gelegenheit in die Hand nehmen. Und ich meine wirklich bei jeder Gelegenheit.” Zudem kann sich Eden “eine Schnittstelle zwischen Gehirn und Maschine” vorstellen. Dann werde “die Cloud zur Erweiterung Ihres Gehirns. Sie müssen dann nie mehr googlen.”

Okt 26

Horst Seehofer, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Horst Seehofer, über dts Nachrichtenagentur

München (dts Nachrichtenagentur) – CSU-Chef Horst Seehofer hat seine Partei zur Geschlossenheit aufgefordert. “Die bayerische Regierung muss als geschlossenes Team mit erstklassigen Leistungen antreten”, sagte Seehofer der “Welt am Sonntag”. “Der Violinschlüssel zum Erfolg ist vertrauensvolle Teamarbeit. Davon profitiert jeder.”

Seehofer rief damit unter anderem Finanzminister Markus Söder sowie den ehemaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zur Ordnung. Sie hatten aufgrund der schwachen Konjunkturzahlen gefordert, Abmachungen der Berliner Koalition zu überprüfen und einen wirtschaftsfreundlicheren Kurs einzuschlagen.

Okt 26

Bundeswehrsoldaten, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bundeswehrsoldaten, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl will den Einsatz der Bundeswehr im Innern auf eine neue rechtliche Grundlage stellen. Er sei fest davon überzeugt, dass “bestimmte terroristische Angriffe aus der Luft nur militärisch abgewehrt werden können”, sagte Strobl der “Welt am Sonntag”. “In solchen Fällen haben wir gar keine andere Möglichkeit, als die Bundeswehr im Innern einzusetzen.”

Die Union sei bereit, “rechtlich nachzubessern”, um “Klarheit zu schaffen”. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts dürfen nur Flugzeuge abgeschossen werden, in denen ausschließlich Terroristen sitzen. Karlsruhe verlangt auch, dass ein Beschluss des gesamten Bundeskabinetts vorausgehen muss. In der Koalition gebe es Überlegungen, das Grundgesetz zu ändern, damit die Entscheidung über den Abschuss von Terrorflugzeugen notfalls vom Verteidigungsminister allein getroffen werden könne. Strobl machte sich zugleich für die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung stark. “Alle Sicherheitsbehörden sagen, dass sie die Vorratsdatenspeicherung brauchen”, betonte er. “Wir sollten uns in Deutschland und Europa so schnell wie möglich auf eine Mindestspeicherdauer von drei Monaten verständigen.” Das Bundesverfassungsgericht hatte 2010 die anlasslose Speicherung von Verbindungsdaten gekippt. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg erklärte im Frühjahr auch die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung für ungültig. Die Pläne von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), im Kampf gegen islamistische Terroristen das Strafrecht zu verschärfen, nannte Strobl “nicht ausreichend”. Er verlangte, auch die Werbung für terroristische Vereinigungen unter Strafe zu stellen, unabhängig von Vereinsverboten durch den Innenminister. “Es geht darum, den Anfängen zu wehren und den geistigen Nährboten des islamistischen Terrors zu beseitigen”, sagte Strobl. “Hassparolen verbreiten sich in rasender Geschwindigkeit über das Internet. Natürlich wird dort ganz gezielt der terroristische Nachwuchs rekrutiert. Das geht gar nicht, das muss mit Strafe bewehrt werden.” Es gebe “allen Grund zu größter Wachsamkeit”, mahnte Strobl. “Wir müssen unsere Sicherheitsbehörden so ausstatten, dass sie uns auch schützen können.”

Okt 26

Heiko Maas, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Heiko Maas, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesjustizminister Heiko Maas hat davor gewarnt, beim Kampf gegen islamistischen Terrorismus in Aktionismus zu verfallen. “Bei jeder Terrorbedrohung nach immer weiteren Verschärfungen des Strafrechts zu rufen, greift zu kurz”, sagte der SPD-Politiker der “Welt am Sonntag”. “Wir müssen viel intensiver darüber debattieren, was wir präventiv tun können, um die Radikalisierung von jungen Menschen zu verhindern.”

Maas mahnte: “Jede terroristische Bedrohung ist immer auch eine Bewährungsprobe für unseren Rechtsstaat. Das Gleichgewicht zwischen Freiheit und Sicherheit dürfen wir niemals aufgeben.” Maas betonte, wer unter dem Deckmantel des Islam Verbrechen begeht, werde “die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen”. Das Strafrecht werde allerdings nur dort verändert, wo es “wirklich sinnvoll” sei. Maas verwies auf sein Vorhaben, einen eigenen Straftatbestand Terrorismusfinanzierung zu schaffen. Außerdem solle sich strafbar machen, wer Deutschland verlassen wolle, um sich an schweren Gewalttaten im Ausland zu beteiligen oder um sich für die Teilnahme an schweren Gewalttaten ausbilden zu lassen. “Weitere Verschärfungen”, so Maas, “sind reine Symbolik.”

Okt 26

Judith Rakers, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Judith Rakers, über dts Nachrichtenagentur

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) – “Tagesschau”-Sprecherin Judith Rakers ist die beliebteste deutsche Nachrichtensprecherin. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der “Bild am Sonntag”. Befragt wurden bundesweit 1.009 Personen ab 14 Jahren (494 männlich, 515 weiblich).

94,8 Prozent der Befragten nannten ARD-Frau Judith Rakers als beliebteste Nachrichtensprecherin. Auf Platz zwei folgt Claus Kleber, Moderator des ZDF-“heute journal” (93,1 Prozent), den dritten Platz belegt die “heute”-Sprecherin Barbara Hahlweg vom ZDF. In der Frage der Bekanntheit belegen drei Männer die vordersten Plätze. Der bekannteste Nachrichten-Mann der Deutschen ist laut Umfrage “RTL Aktuell”-Moderator Peter Kloeppel. Ihn kennen 88,6 Prozent. Auf Platz zwei liegt “Tagesschau”-Chefsprecher Jan Hofer mit 86,4 Prozent. Claus Kleber belegt mit einer Bekanntheit von 83,5 Prozent den dritten Rang.

Okt 26

Katrin Sass, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Katrin Sass, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Schauspielerin Katrin Sass ist von vielen Aspekten ihres Berufs genervt. Im Interview mit der “Bild am Sonntag” sagte die 58-Jährige, sie wolle es künftig entspannter angehen. Texte zu lernen mache nicht wirklich Spaß.

Das frühe Aufstehen während der Dreharbeiten zu der ARD-Serie “Weissensee” sei für sie ungewöhnlich. “Bei mir beginnt ein Tag normalerweise um 10 Uhr. Für `Weissensee` muss ich um 5:30 Uhr losfahren.” Viele Kollegen würden wie die Irren “im Hamsterrad” sein, das sei nichts für sie. “Bis 18 Uhr drehen, anschließend nach München fliegen um Synchron zu machen und am Morgen nach Leipzig zum nächsten Job. Das will ich nicht, das macht mich krank.”

Okt 26

Bernd Lucke, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bernd Lucke, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Abwärtstrend der AfD in der Wählergunst geht weiter. Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich im Auftrag der Zeitung “Bild am Sonntag” erhebt, verliert die Alternative für Deutschland erneut einen Prozentpunkt und kommt auf nur noch 6 Prozent. Damit hat sie seit Beginn des Monats drei Prozentpunkte an Zustimmung verloren.

Einen Prozentpunkt weniger erreicht mit 41 Prozent auch die Union. Auf 25 Prozent zulegen kann die SPD (+1). Unverändert bleiben die Werte für FDP (3 Prozent), Grüne (10 Prozent) und Linkspartei (10 Prozent). Die Sonstigen landen bei 7 Prozent. Emnid befragte vom 16. bis zum 22. Oktober insgesamt 2309 Personen.